Die Zukunft des Fernsehens heißt OLED

Panasonic FZW954

Plasmabildschirm und die LCD-Technik haben den alten Röhrenfernseher vom Markt verdrängt. Während Plasmabildschirme, bei denen das verschiedenartige Licht mit Hilfe von Leuchtstoffen erzeugt wird, und die mit Flüssigkeitskristallen funktionierenden LCD´s (liquid crystal display) noch miteinander konkurrieren, steht mit dem OLED-Display die nächste Fernsehgeneration schon in den Startlöchern. Doch was kann diese Technik und warum gehört ihr die Zukunft?

Was an OLED anders und besser ist

Die Abkürzung OLED steht stellvertretend für organic light emitting diode, was übersetzt organische Leuchtdiode bedeutet. Leuchtdioden bestehen aus organischem, halbleitendem Material. Im Gegensatz zu den bisherigen LCD´s kommt OLED ohne Hintergrundbeleuchtung aus mit einem angenehmen Nebeneffekt: OLED´s sind dadurch sehr viel energieeffizienter. Das OLED-Display ist bezüglich der Herstellung kostengünstig. Grund ist, dass die flexible Schicht auf nahezu jedes Material aufgetragen werden kann.

Das bedeutet, dass mit OLED auch Bildschirme hergestellt werden können, die zusammengerollt und auch so verstaut werden können. Anders ausgedrückt: Die OLED-Technik macht flexible und gebogene Bildschirme überhaupt erst möglich! Und so kann biegsames, elektronisches Papier ebenso mit einem OLED-Display (OLED – Organische Leuchtiode Wikipedia.de) versehen werden wie Kleidung. Dieser Vorteil gegenüber anderen Techniken erfährt jedoch auch Einschränkungen. Die hohe Sensibilität der organischen Leuchtdioden erfordert eine besondere Schutzschicht. Im Gegensatz zur LCD-Technologie ist die Schaltgeschwindigkeit eines OLED-Displays bis zu 2000 Mal schneller mit der Konsequenz, dass die bei schnellen Bewegungsabläufen auftretenden Unschärfen kaum oder nicht mehr auftreten.

So funktionieren OLED-Bildschirme

Eine OLED ist ein äußerst dünnes Bauelement, das aus organischen, halbleitenden Materialien besteht und selbstleuchtend ist. Im Unterschied zu den anorganischen Leuchtdioden (LED) sind bei der OLED-Technik die Stromdichte und die Leuchtdichte geringer. Außerdem sind keine einkristallinen Materialien zur Bildwiedergabe erforderlich. OLED´s haben die Fähigkeit, mit maximaler Helligkeit zu leuchten und können auch die unterschiedlichen Graustufen wiedergeben. Im Gegensatz zu ihren Pendants, den LCD´s, benötigen sie keine zusätzliche Lichtquelle als Hintergrundbeleuchtung. Ihre organischen Schichten sind nur wenige tausendstel Millimeter dick. Das bedeutet, dass OLED-Fernseher nochmals geringere Bautiefen ermöglichen und die ohnehin schon flachen LCD-Fernseher noch toppen.

Der Verzicht auf eine komplexe Hintergrundbeleuchtung bedingt außerdem ein niedrigeres Gewicht. Dies ist möglich, weil bei OLED-Displays jeder Pixel selbst leuchtet. Dadurch ist außerdem eine gleichmäßige Ausleuchtung des Bildschirms sichergestellt. Im Vergleich zur LCD-Technik bieten OLED-Bildschirme deshalb einen sehr viel höheren Kontrast. Denn keine Hintergrundbeleuchtung bedeutet die Möglichkeit absoluter Dunkelheit und damit einen perfekten schwarzen Farbton. Daraus resultieren nach Auskunft der Hersteller bessere Kontrastwerte und eine hohe Farbbrillanz. Im Gegensatz zur OLED-Technik kämpfen LCD-Bildschirme (Erklärung auf Wikipedia.de) mit Streulicht, da alle Bereiche hinterleuchtet werden. Bei OLED werden nur die Bildpunkte angeleuchtet, die auch tatsächlich aufscheinen, während die nicht hinterleuchteten Pixel schwarz bleiben.

Die Vorteile von OLED auf einen Blick

  • OLED´s benötigen keine zusätzliche Lichtquelle, da sie selbstleuchtend sind
  • OLED-Bildschirme lassen sich mit einer noch geringeren Tiefe herstellen, wodurch ihr Gewicht reduziert wird und sie leichter sind
  • Im Vergleich zu LCD-Bildschirmen sind OLED-Fernseher gleichmäßiger ausgeleuchtet
  • OLED-Fernseher bieten einen wesentlich höheren Kontrast, weshalb sie das beste Bild bieten

Die OLED-Innovation wird vor allem in Südkorea vorangetrieben

Einige Smartphones von LG Electronics (z.b. das LG V30 mit OLED-Display) sowie die meisten Modelle von Samsung sind seit längerem mit OLED-Anzeigen ausgestattet. LG Electronics ist vor allem in Deutschland und Österreich unter diesem Namen bekannt. Dabei handelt es sich um ein Tochterunternehmen der LG Group, einem Mischkonzern aus Südkorea mit Firmensitz in Seoul. LG Electronics und die bekanntere Samsung Group mit Firmensitz ebenfalls in Seoul in Südkorea stehen an der Spitze, wenn es um OLED-Fernseher geht. Auch der chinesische Hersteller Lenovo hat angekündigt, Laptops mit OLED-Technik auf den Markt zu bringen.

Die OLED-Technik wurde bereits früher von Panasonic und Sony verbaut, die aktuell mit ihren Modellen Panasonic Viera TX-65CZW954 und Sony XEL-1 ebenfalls auf dem OLED-Markt mitmischen. Tatsächlich war es das Unternehmen Sony, das zuerst einen OLED-Fernseher auf den Markt brachte. Die gemeinsamen Pläne mit Panasonic bezüglich der Massenproduktion großer OLED-Anzeigen wurden damals allerdings aus finanziellen Gründen wieder verworfen.

Die Medien deuteten das als Aus für die OLED-Technik, wobei diese Einschätzung offensichtlich falsch war. Die neueste Entwicklung der OLED-Technik und die Führung der Südkoreaner ist vor allem für Japans Bildschirmproduzenten wie „Japan-Display“ und „Sharp“ ein herber wirtschaftlicher Schlag. Tatsächlich büßt Japan seit der Jahrtausendwende Schritt für Schritt seine Führungsrolle in der Verbraucherelektronik ein.

Noch ist die OLED-Technik mit einigen tausend Euro pro Gerät vergleichsweise teuer. Aber wenn die Aussagen der Hersteller bezüglich der Bildqualität stimmen, dann werden echte Genießer gerne bereit sein, für diese gebotene Leistung auch mehr zu bezahlen, wobei der Preis erfahrungsgemäß mit wachsender Akzeptanz durch die Verbraucher sinken wird.

 

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