Hochkontrastbilder auf dem TV: Lohnt der HDR Fernseher?

HDR

In den letzten Jahren was vor allem die Auflösung, die bei neuen Fernsehgeräten verbessert wurde: Nach HD-Ready und Full-HD entwickelt sich 4K bzw. Ultra-HD auch bei preiswerteren Geräten allmählich zum Standard. Doch die Bildqualität wird nicht nur durch die Schärfe bestimmt, Farben und Kontrast sind mindestens genauso wichtig. Letzteres soll durch sogenannte HDR Fernseher revolutioniert werden. Was solltest Du zu diesem Thema wissen und für wen lohnt sich die Anschaffung eines solchen Gerätes?

HDR weitet Kontrastumfang aus

Um den Begriff HDR zu erklären, wird zunächst ein wenig Theorie benötigt. Das menschliche Auge ist adaptiv und kann durch die Iris beeinflussen, wie viel Licht aufgenommen wird – die Pupille erscheint dann größer oder kleiner. Durch diesen Trick sind wir in der Lage, ein großes Spektrum unterschiedlicher Lichtstärken wahrzunehmen. Bei Fernsehern gelingt dies weniger gut: Konventionelle Geräte stellen üblicherweise einen Kontrast von 1000:1 dar.

Das bedeutet, dass der hellste Punkt tausendmal heller ist, als der dunkelste. Dabei ist die Helligkeit in der Regel weniger das Problem; lange Zeit bereitete den Technikern vor allem der sogenannte Schwarzwertprobleme. Bei weniger hochwertigen Displays wird statt eines satten Schwarz nur ein dunkles Grau dargestellt. Mittlerweile lassen sich technisch auch Kontrastverhältnisse von bis zu 10.000:1 darstellen.

Damit tiefes Schwarz und leuchtende Farben auch wirklich so dargestellt werden können, bedarf es eines neuen Standards – sowohl für die Geräte selbst, als auch für das Quellmaterial. Bei HDR (High Dynamic Range = „Hochkontrastbild“) handelt es sich um genau diesen Standard. Durch den höheren Kontrast soll das Sehvermögen des menschlichen Auges besser ausgenutzt werden. Insgesamt lässt sich also durchaus schlussfolgern, dass sich durch den HDR Fernseher auch tatsächlich die Bildqualität verbessert.

Der höhere Kontrastumfang ist insbesondere bei einem Bildschirm mit 4K-Auflösung vermutlich deutlich wichtiger, als eine weitere Erhöhung der Pixeldichte. Bei vielen hochauflösenden Displays arbeitet das menschliche Auge bereits an der Grenze der Wahrnehmbarkeit, was für den Kontrast zumindest bisher keinesfalls galt.

HDR Fernseher – aufbereitetes Quellmaterial erforderlich

Wie bei der verbesserten Auflösung besteht bei dem HDR Fernseher eine Herausforderung bei dem Quellmaterial: Um HDR darstellen zu können, muss das Bild auch mit einer HDR-Kamera aufgenommen worden sein. Es ist also wenig hilfreich, alte Filme und Serien zu schauen, die weder im High Dynamic Range aufgezeichnet, noch nachbearbeitet wurden.

(Erklärung der HDR-Technik von Wikipedia)

Eine weitere Problematik liegt derzeit beim HDR Fernseher noch darin, dass es keinen einheitlichen Standard gibt. Üblicherweise überzeugen  OLED-Fernseher durch einen satten Schwarzwert und hohen Kontrast: Der Vorteil liegt bei dieser Technologie darin, dass die Pixel einzeln beleuchtet werden. Um schwarz darzustellen, können die Pixel also einfach ausgeschaltet werden – was nebenbei auch den Energieverbrauch senkt.

Viele Hersteller verkaufen aber auch konventionelle LCD-TVs als HDR Fernseher. Hier wird der höhere Kontrast vor allem durch die gesteigerte Helligkeit erreicht. Eine Leuchtstärke von etwa 400 Nits gilt derzeit als Standard, viele HDR Fernseher sollen gar über 600 Nits leuchten. Geht es nach dem Unternehmen „Dolby“, welches vor allem für Audiostandards bekannt sein dürfte, sollte der optimale Wert bei nicht weniger als 10.000 Nits liegen.

Entsprechende Versuche sollen nachgewiesen haben, dass diese Lichtstärke unter Versuchspersonen als optimal empfunden wurde. Das Problem dabei: Derzeit ist eine derart hohe Helligkeit selbst bei einem HDR Fernseher noch nicht machbar.

Hoher Datenbedarf

Doch für die gesteigerten Kontrastverhältnisse gibt es noch eine weitere Herausforderung: Mit jeder zusätzlichen Helligkeitsstufe steigt der Datenbedarf exponentiell. Soll der hohe Kontrast vom Quellmaterial also auch ausgenutzt werden, benötigst Du also auch entsprechende Videos. Das Problem dabei: Insbesondere in 4K-Auflösung dürfte es derzeit schwer sein, diese immensen Datenmengen übertragen zu können. Eine Blu-Ray ist wegen des begrenzten Speicherplatzes keinesfalls ausreichend; und auch Swimmingpool erscheint keine Alternative – selbst wenn schnelles VDSL genutzt werden kann.

Kein einheitlicher Standard

Entscheidest Du Dich heute für einen HDR Fernseher, dann handelt es sich dabei vor allem um eine Investition in die Zukunft. Ob dieses Bildmaterial schon bald flächendeckend verfügbar ist, erscheint allerdings fraglich. Andererseits experimentieren Hersteller wie Philips bereits mit Metadaten: Der Hersteller orientiert sich dabei am konventionellen UHD-Standard, was die Datenmenge ohnehin bereits etwas reduziert.

Die Metadaten teilen dem HDR Fernseher lediglich mit, wie das Bild dargestellt werden soll – die Berechnung des Bildes als solches muss also vom Fernsehgerät übernommen werden. BBC schlägt vor, dass die Helligkeit anstelle der von Dolby favorisierten 10.000 Nits auf lediglich 5.000 Nits beschränkt werden soll. Diese Helligkeit kann ohne weitere Zusatzinformationen übertragen werden, was den Datenverbrauch auf ein erträgliches Maß reduziert.

HDR Fernseher von 49-55 Zoll

Üblicherweise werden vor allem große Fernseher, sprich ab 49 Zoll Bildschirmdiagonale mit der HDR-Technik ausgestattet.

49 Zoll Fernseher

55 Zoll Fernseher

65 Zoll Fernseher

70 Zoll Fernseher

80 Zoll Fernseher

82 Zoll Fernseher

Fazit: Lohnenswerte Investitionen

Ob Du Dich schon heute für einen HDR Fernseher entscheiden solltest, erscheint also fraglich. Die Verbesserung der Bildqualität durch ein TV-Gerät mit HDR-Technik steht vollkommen außer Frage. Problematisch ist aktuell noch die begrenzte Verfügbarkeit von entsprechend aufbereitetem Quellmaterial. Die Streaming-Anbieter haben allerdings bereits jetzt HDR-Inhalte mit eingeschränktem Kontrastverhältnis im Sortiment. Auch wenn allzu hohe Standards nicht erfüllt werden, sorgt HDR bereits jetzt für eine Bildverbesserung.

Es ist davon auszugehen, dass der Anteil des HDR-Contents künftig sehr schnell steigen wird. Auch wenn Du Dich für Spiele Konsolen interessierst, ist der HDR Fernseher schon heute die richtige Wahl: Durch ein Update unterstützt schon die aktuelle PlayStation 4 Pro HDR-Inhalte.

Videos über die HDR-Technik

Weitere nützliche Links im Zusammenhang mit HDR

https://www.professional-system.de/basics/high-dynamic-range-hdr-monitore-ueberzeugen-mit-hohem-kontrastumfang/

http://www.burosch.de/hdr.html

https://www.golem.de/news/der-grosse-ultra-hd-blu-ray-test-teil-1-4k-filme-verzeihen-keine-fehler-1701-125435-2.html

https://www.eizo.de/praxiswissen/monitorwissen/hdr-im-detail-was-ist-hdr/

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